Konsolen der 90er

— Ein aufkommendes Phänomen in Ostdeutschland hatte eine graszierende Epidemie von Kasinos und Spielhallen zur Folge. Wer sein Geld dort nicht hintragen wollte, hatte eine Spielekonsole – denn diese waren just billiger als ein vollwertiger Computer.

— Alle Welt fröhnte jener Konsole die einen eigenen Klempner braucht, welcher immerfort Pilze konsumiert. So klingt «Love is a Stranger» von Eurythmics gleich einer Hommage an die Musik der Zelda-Spiele.

— An Stelle der Arcade-Automaten, welche gangbar in kommerziellen Zentren aufgestellt waren, stellte ein Elektronik-Schuppen im Eisenhüttenstädter «City-Center» Equipment zur werbewirksamen Nutzung vor die Pforte. Das neue SNES war das Kernstück des Konstrukts. Eine gelegentliche Runde SimCity an dem Teil war ein willkommener Ausgangspunkt für den Grundstock meiner Kenntnis jener Materie.

— Leute, die man von YouTube kennt (weltbekannt sozusagen), begründen ihre einstige Selekzion in hausgemachten Videos. Wenn sie die Überlegenheit ihres favorisierten Systems demonstrieren, kommt's - in meinen Ohren - einer Rechtfertigung gleich.

— Wer seine SErvice-GAmes-Konsole startete, dem schmetterte ein Chor ein voluminöses SEGA hin; oder SIEGER – wenn man das heraushören wollte.

— Durch die Hintertür lernte man etliche Spiele, welche ursprünglich von bekannten oder exotischen Heimcomputern kamen, kennen: Lotus Turbo Challenge, Flashback, Turrican, sowie weitere Exemplare der Creme de la Creme von der Amiga – oder auf dem Master System: Golvellius, Castlevania, also Gauntlet vom MSX. Im Niedergang der HCs fanden neue Programme immer öfter den Weg von der Konsole zur Amiga.

— Zahlte der geneigte Konsument für das Mega Drive moderate 280 Mark, griff Sega kräftig in den Geldbeutel für ein ankoppelbares CD-Laufwerk (600 Mark). Aber von solch nachgeschobenen Gimmicks sah und hörte ich praktisch nichts. Meine ungeteilte Aufmerksamkeit galt dem höheren Nutzwert meines dato neuen 32-Bit-Computer in dem das CD-ROM bereits integriert war; da steckte man mehr drin – sowohl metaphorisch wie mit dem Kopf in der offenen Motorhaube.

— Seit mittlerer Weile hat selbst Sega die eigene Konsolenfabrikazion aufgegeben, doch ist fürderhin tätig als Spiele-Publisher für den Persönlichen Computer. Nämlich sind dies die Serien: Sega Rally Championchip + Total War; gleichauf die Titel: The Cave, Valkyria Chronicles oder Hell Yeah! (Der Zorn des toten Karnickels) ...