Computer, made in GDR

Man fabrizierte diverse Baureihen in der Ostdeutschen Republik - für Industrie oder Büro. Die meist genannte Reihe war wohl die KC-Serie; diese variierte in 2 Modellen.
Robotron war das bekanntere Werk — das schönere Design, meine ich, kam apart vom VEB Mikroelektronik "Wilhelm Pieck", Mühlhausen; es paßte sich ziemlich in die Heimelektronik, die der eine oder andere wahrscheinlich hatte, ein. Mittels Steckmodulen war der Apparat für viele Eventualitäten erweiterbar.

Ein Modul diente der Ankopplung von Computern, Drucker oder bestimmter Schreibmaschinen. Über andere Module stöpselte man einen Joystick (D-Sub 9-polig) ein, lud eine Programmiersprache oder eine RAM-Erweiterung ...; das Modul M005 User war das Equivalent zum Geek-Port der BeBox.

KC85/3 Tastatur des KC85/4
Für Tablet-PCs findet man heut leicht ein inspiriertes Design an Tastaturen von Cherry.
Quelle

Warum nun 2 KCs?

Der Bau beider Modelle begann 1984. Beide waren als Heimcomputer konzipiert, doch kamen flächendeckend nimmer zur avisierten Zielgruppe. An Spieler war kurzzeitig gedacht; aber statt zu einem System für Heimnutzer mutierte es eher zu einem für heimliche Nutzer.
Eine Vielzahl von Instituzionen, die ihre Ansprüche auf Mikroelektronik geltend machten, stand bereits Schlange. Improvisatorisch brachte man den Z9001 (Robotron) + den HC900 (Mühlhausen) in die (nicht übermäßig einheitliche) KC-Reihe.

Fürderhin kam 1986 der EC1834, ein IBM-kompatibler Bürorechner in dem ein MS-DOS-Klon wirkte, und der in folgenden Inkarnazionen ISA-Steckplätze intus hatte.
Ob darin wohl meine Yamaha-Audiokarte liefe?

Desweiteren senden Selbstbau-Computer (LC-80, Z1013, Tiny Z80) schöne Grüße an alle RaspBerrys.